Verträge 1611-1613 Seite 201-250

weitere Verträge

Datum der Urkunde: 09.12.1611
Datum der Übersetzung: Dezember 2019
Übersetzer/in: Hans-Karl Wrede, Heinke Arnold

welckere Lant der Clauß Johan „und sine Erwen“ van Dato Angahnde,
tein Jarlanck in sinem rovsamen[1] besitte thor an we=
dinge schall beholden, unnd vor Se Erwenthen 90 M
siner gelegenheit na Jarlick geneten und gebruken
so best he kann,   Wen averst de errechten tein
Jarlanck vorflaten, Alse denne schall der erwenther
Hanß Martenß macht Hebben, Van Jaren tho Jaren
wen it ehme gefellich, de entfangenen 90 M lübsch
dem Clauß Johan thobethalen, Unnd dar Jegen sine
3 Stücke Landeß wedderümme tho sickthonemen,
welckeß der Clauß Johan So guet schall und
will wedder leveren, Alse heit entfangen.
It is averst hirby vorafredet woferne dit sülvige Lant
in einen Kroch worde gefredet, so scholen de Groven tho
gelicker dele vann allem Lande gemaket werden,
Unnd wart Hanß Martenß van sinem Lande *in den Grövenn*
afgekleyet, vorredet sick gelickeß falleß der Clauß
Johan, dat he So vele vann sinem Lande, dem Hanß
Marten will wedderümme vorschaffen und tholeggen,
alse daraf gekleyet.   Sollicheß gelavet der
eine dem Anderen by Ehren truwen und gudem geloven
ahne gefehrde und Argelist veste und unvorbraken tho=
holden  woraver dieser Certen[2] twe eineß ludeß up=
richtet, mit einer Hant geschreven und dorch dat wort
Warheit   upgerichtet , Darvan de Eine
by Clauß Johan und de Ander by Hanß Martenß in
Vorwaringe .  Actum Vedderinge in bysynde
Widderickeß Deetleff, Unnd Hanß Carstenß beide dar=
sülvest,  Am Jare Und dage wo baven gemeldet.

*debitor dd 2ß*
(Z) Eggert Reimerß up dem Westermohr, is schüldich Peter
Carstenß tho Henstede 10 M lübsch, desülvigen up S. Ja=
cobi erstkamende mit redem gelde thobethalen,  By Vor=
pandinge siner gesampten Güdere, Ock Vorplichtinge



[1] Ruhsam = mnd. rouwesam = ruhig (ohne Ärger) Grimm XIV, 1474.  ruwesam? = reuig. Lübben 312

[2] Certen, Cartes = Es handelt sich hier um ein Chirograph (Charta partita), eine besondere Urkundenart im mittelalterlichen Recht). Auf ein Pergamentblatt wurden zwei identische Fassungen des Vertrages geschrieben und diese mit einem Wort oder einer Buchstabenfolge voneinander getrennt. Dann wurde das Blatt mitten durch die trennende Buchstabenzeile, in diesem Falle Warheit, in gerader, Zickzack- oder Wellenlinie zerschnitten. Jede Partei erhielt ein Exemplar der Urkunde. Die Echtheit der Urkunde konnte im Nachhinein dadurch bewiesen werden, dass bei Aneinanderfügen der beiden Teile die durchschnittenen Buchstaben und die Trennlinie passten.(s. Peter Koblang: Vertrag von Seligenstadt 1188.)


Certen, Cartes, Chirograph, Charta partita

Stichwörter:

Certen, Cartes, Chirograph, Charta partita


eines Inlagerß,  Sekerer Gethüge Johan Reyemerß
in Henstede, Datert denn 9 Decembris Anno 611.

(Z) Haring unnd Anne Russen „ Ehlüde und“ in Henstede, sint schüldich
Johanni Nannen[1] in Lunden 150 M, desülvigen up Mei=
dach erstkümstich mit der geborlichen Renthe thobethalen, und
iß solliche Schult up negest vorschenen Martini angegangen,
ock van der Hure So ert Hollender[2] Hanß Wibers
thor Horst, up Meidach erstkümstich tho donde schüldich, schal
bethalet werden,  By Vorpandinge deß Hollenderß Gesam=
pten Güdere, Ock Vorplichtinge eineß Erlichen Inlagerß,
DarJegen sick den de gedachten debitores vorplichten, dat
se den gemelten eren Hollander wegen deßen wedder=
ümme schadelos holden willen, und sick solliches korten,
laten,  By Vorpandinge erer gesampten Güdere,
Urkuntlich under eren gesampten undergeschrevenen
handen,  Datert den 14 Decembris Anno 1611.

(Z) Hannß Wiberß thor Horst iß schüldig H. Pastoren
tho Hemme Laurentio Lüden[3] – 200 M lübsch, welcke=
re am negest vorflatenen Martini angerentet, und Jar=
lick up solliche tidt mit gebörlicher
Renthe scholen Vorrentet werden. Upsage ein Verndel
Jareß thovorne.   Borge M Johanneß Coroneuß
Pastor Und Harring Russe beide tho Henstede, Laven
*eine vor Alle* alse Sülffschüldige in mangel deß principalen thobe=
thalen, by Vorplichtinge eines Erlichen Inlagerß,
Ock vorpandinge erer Allersitz güdere,  Urkuntlich
under eren Handen und Pitzeren   Datert den 15
Decembris Anno 1611.

(Z) Anno 1611 denn 20 Decembris heft Clauß Küper
binnen Henstede, dem Carsten Schomaker afgehüret, syn
kleine Hues „bewesten Clauß Tingen(?) in Henstede stant“
                   nevenst dem kleinen Hoveken so
bewestenn dem Hüseken ingefredet, welckere Hure



[1] Auf der Grabstele in Lunden errichtet 1588 wird ein Johann Nannen mit dem Todesdatum 5. januario anno 1616 aufgeführt. Ob es sich um den gleichen Nannen handelt kann man nur vermuten.

[2] Holländer waren ursprünglich Leute aus Holland, die sich auf Milchwirtschaft verstanden. Bis ins 20 Jahrhundert wurde ein Meiereipächter als Holländer bezeichnet.

[3] Lauritz Lude war von 1611 bis 1619 Pastor in Hemme. Arends 122.


Holländer.

Stichwörter:

Holländer.


van erstkamenden Meidach an ein Jarlanck schal geholden
werden, Und der Hürer darvor thor Hure geven -----
9 M 8ß, darvan de Helfte up Michaeliß und de an=
der helfte up Meidach wen dat Jar vorflaten, thobe=
thalen,  By Vorpandinge deß Hürerß gesampten Gü=
dere,  Idt is averst vorafredet dat der Vorhürer
datsülvige „Hues“ an Daken[1], wenden[2] Und Böne[3] dar[4] it nodich,
temelicker[5] wise schall unnd will dicht holden, und
So it nodich, ock denn Kachell Avent[6] „laten ume setten“ DarentJegen
vorplichtet sick ock der Hürer, Dat he denn Bohn[7] im
Huse nicht höger will belastigen mit Füringe[8] edder
Sünsten, alse bet up de helffte[9] an de Farste[10], Se=
kere gethügenn

*debitores dd 2ß*
(Z) Joniken Clauß Carsten und Hanß gebröder und up dem
Westermohr wanaftich, Sint eine Vor alle schüldich, Jar=
ren Reimerß Deetleffs Telßen darsülvest – 48 M
up Jacoby erstkümstich in redem gelde thobethalen,  By Vor=
pandinge erer gesampten Güdere.  Ock Vorplichtinge ei=
nes Erlichen Inlagerß, Sekere Gethügen Dyrck Rei=
merß Unnd Tgitten Marx beide in Henstede wanaftich,
Datert denn 21 Decembris Anno 1611.

*debitor dd 2ß*
(Z) Clauß Lübbekenß tho Schwinhusen[11] im Carspel Delve,
iß schüldig dem Jeben Widderich tho Veddering 30 M,
so he in redem gelde entfangen,  Up Michaeliß Ao 612
mit eineß Jareß Renthe thobethalen,  By Vorpandinge
siner gesampten Güdere,  Ock Vorplichtinge eineß
Inlagerß.   Borge Hanß Boye tho Henstede, lavet
alse ein Sülfschüldener, By Vorpandinge siner Güdere
Ock Vorplichtinge eineß Inlagerß,  urkuntlich und
                                                  Datert den 22 Decembi
Sekeren Gethügen alse Jarren              Anno 1611
Johan, und Hanß Roden 2 tho
Henstede



[1] dach (dake) = Dach. Lübben 72.
[2] Wand plr. Wann, Wänne = Hauswand. Mensing V, 523.
[3] Bön = Boden. Mensing I, 483.
   Böhn = Boden nie Erdboden 1. Bodenraum, 2. Decke eines Zimmers. Mensing I, 476 ff.
[4] dar(e) = 3. sofern. Lübben 74
[5] temelik = gebührend. Lübben 401.
[6] kachel-oven = Ofen aus Kacheln. Lübben 166.
[7] Bohn = der Bodenraum
[8] vuringe = 2. Feuerungsmaterial. Lübben 548.
[9] helfte = Hälfte. Lübben 140.
[10] varste = First. Lübben 469.
[11] Ortsteil von 25788 Delve.


*debitor dd 2ß*
(Z) Clauß Grote up dem Westermhor iß schüldich
Clauß Seken thom Kleve –20 M lübsch, de he in
redem gelde entfangen,  Up Martini Ao 1612 sol=
liches mit barem gelde wedderümme mit eineß
Jareß Renthe thobethalen,  By Vorpandinge siner
gesampten Güdere, Ock Vorplichtinge eineß Inla=
gerß,   Sekere Gethügen Clauß Johan tho Ved=
deringe, Unnd Dyrck Reimerß in Henstede,
Datert denn 22 Decemb. Ao 1611

(Z) Junge Hanß upm Kiwits Mohr[1] heft van Tyes Rei=
merß tho Lunden entfangen 8 Tonne Haveren Koep=
manß guet, up Michaelis Ao 1612 mit redem gelde
thobethalen, alse ein Erbar Raeth(?) densülvigen alse=
denne tho gelde wert Setten,   By Vorpandinge siner
gesampten Güdere, Ock Vorplichtinge eines Inla=
gerß.   Borge Johan Reimerß in Henstede lavet
alse ein Sülffschüldiger by Vorpandinge siner Güde=
re, Ock Vorplichtinge eines Inlagerß, Urkuntlich
under eren eigenen Undergeschrevenen Handen,
Datert denn 27 Decemb. Anno 1611.

*Koper dd 2ß*
Anno 1612 denn 5 January hefft Clauß
Mürman Van Fedderinge, dem Bare Johan itzunt
thor Heide wanende, wohlbedachtes[2] modeß thom
frien Erfkope vorkofft und upgedragen, Hanß
Beckerß Harcken behüsinge[3] „tho Henstede“ sampt der Hoffstede und
dem frien[4] Sode[5], Alse solliches alleß betimmert[6]
und bethünet[7] steit, ert(-)[8] und nagelfast[9], wo Beckerß
Erven dat sülvige Hues und Hoffstede, bet anhero
frist beseten und gebruket hebben, In Summa vor
150 M lübsch rechtes bedingedeß Kopes, noch
1 M 8ß thorm Wynkope[10]. Van Sodanem Koep=
gelde schal der Koper, up Michaeliß dieses itzigen
Jares bethalen 30 M mit 15ß Renthe, Und den
vordan alle Jar up Michaeliß 20 M mit der



[1] Kywidtsmoer liegt nördlich von 25779 Kleve. Dankwerth-Atlas 1652, Tafel 40.
  Kiewitt alter Flurname in Kleve- Westermoor. Wegemann 91.
[2] wol-bedacht = überlegt, reiflich erwogen. Lübben 591.
[3] be-husinge = Behausung, Wohnung. Lübben 34.
[4] vrî = frei, unabhängig. Lübben 540.
[5] sôt, sodes  = 2. Ziehbrunnen. Lübben 363
[6] be-timmern = mit (hölzernen) Festungswerken umgeben. Lübben 49
[7] be-tunen = bezäunen, mit einem Zaun, hecke versehen. Lübben 49.
[8] erd-fast = erdfest, unbeweglich. Lübben 102.
[9] nagel-vast = nagelfest. Lübben 241.
[10] winkôp = der Wein (das Bier), mit dessen Trunk man einen Vertrag, ein Kaufgeschäft bekräftigt; später durch Geld ersetzt, Handgeld. Lübben 585.


Winkop, Weinverkauf, Weinverkäufer.

Stichwörter:

Winkop, Weinverkauf, Weinverkäufer.


gesampten Renthe Van allem gelde erleggen und
bethalen bet der letste Heller bethalet[1], Deß=
wegen denne der Koper thom Underpande settet,
datsülvige gekofte Hues und Hoffe, alse des Vor=
koperß Unvorlatene[2] guet, Unnd ferner sine „anderen“ gesam=
ten Güdere, woferne averst Jennich Termyn
worde vorseten [3] und Jarlich tho rechter tidt nicht
uhtgegeven worde, so schall der gantze Summa
darmit upgesecht syn.   Der Vorkoper averst
vorredet sick, dat gekofte Hues und Höffte,
dem Koper vor alle an und upsprake fry tho leve=
ren, Uht alle sinen redesten und besten Güdere,
It is averst uhtdrücklich vorafredet, woferne Jennig[4]
deell dißenn Handel nicht wolde holden, schall der
sülvige 4 Rickeß Daler in Specie thom Ruwelkope[5]
geven, Darvan  ?Fc Gd? enen „ und dem willigen dele de 3“
                                          scholen entrich=
tet werden. Solliches Alleß by Ehren und Trü=
wen Geloven veste thoholdenn,      Sekere Ge=
thügen Jennß Adeler van der Heide, Frenß Jarre
tho Henstede, Und Johann Tittenß tho Veddering,
Actum Henstede Ut supra.

*Dyrck Reimerß dd 2ß*
(Z) Tho weten sy hirmit mennichlick, nachdeme Dyrck
Reimerß tho Henstede, Syn Lant besüdenn sinem
Huse So he van Deetleff  Roden Erven gekoft, Hir=
bevhor an Johan Schmit Und Marx Möller up 10 Jar=
lanck  vorhuret,  Dat demna der Johan Schmit
sinen andeell van demsülvigen Lande,
sampt der früchte alse it itzunt begaret[6] und beseyet[7]
hüden Dato dem Dyrck Reyemerß wedderümme
averlaten und afgetreden, und darmit solliche Hure
gantzlich loeß geschlagen.  Darvor und deßwegen
denne der Dyrck Reymerß, dem Johan Schmit in
barem gelde entrichtet und vornöget 9 M 8ß,



[1] Redewendung aus der Luther-Bibel übernommen. Matthaeus 5/26; Lukas 12/59.
[2] vorlaten = auflassen, Eigentumsrecht übertragen. Lübben 508.
[3] vorsetich = einer Verbindlichkeit zu zahlen nicht nachkommen. Lübben 521.
[4] jenich (jennich, enich) = irgend ein, -einer. Lübben 165.
[5] ruwe = Schmerz; Schmerz über begangene Fehler. Lübben 312.
   Ruwelkope vermutlich im Sinne von Schmerzensgeld.
[6] düngen. Lübben 109.
[7] säen.


Wormit also der gemelter Johan Schmidt, na in=
holde der Huerschrift van ehme
Und Marx Molleren darup uhtgegeven, gentzlich
loeß gegeven, Und Jarlick umme nene[1] Hure van
Dyrck Reimerß edder sinen Erven deßwegen mer
schall gemanet werden, besündern hirmit gequi=
teret syn, Urkuntlich
In Jegenwert Sekerer Gethügen, alse Tgitten
Marx , Unnd Hanß Haveman 2 tho Henstede,
Datert den January Anno 1612

Anno 1612 denn 16 January is ein Unwedder=
roeplich[2] Handell Unnd Erff Hüre gescheen Und Vollen=
tegen,   Dergestalt, dat der Ersame Jarren Reimer *tho Högenn*,
alse itziger Vorstender Und Buwmeister der Kerken
Henstede, dem ock Ersamen Hinrickeß Deetleff
tho Linden, *wegen des Carspels Henstede*
                  huet dato hefft vorhüret Unnd upgedra=
gen, Alle dat gesampte plochlant Und Wischen in
Linder Veltmarcke belegen, darvan de predigerß tho
Henstede bet anhero ehren Jarlichen Hur Roggen ge=
böret, Und der Kerckenn Henstede thogehörig, Und
wat de Hureß Lüde bet hertho vor Gerechtigheit
Darby genaten Und gehat, sollicheß alleß schall der
Hinrichß Deetleff even so frey geneten Und gebru=
kenn,    Darvor schall und will der genante
Hürer Jarlick den Predigern tho Henstede entrichten
und geven --16 Tonne Roggen Koepmanß guet,
und densülvigen up Martini Jarlick leveren,
Darvan de erste Hure bedaget up erstkamenden
Martini na diesem dato,   Settet demna
der Koper vor sodanen Jarlicken Roggen, thom ge=
wißen Underpande, datsülvige der Kercken gesampte
lant, wellicheß ere Unvorlatene Guet tho ewigen
tiden vor solliche Jarliche Hure schall syn Unde
bliven, Und ferner alle sine itzigen und hernacher



[1] nên = Verneinung, nein (kein). Lübben 245.

[2] unwiderruflich.


Erbpacht von der Kirche.

Stichwörter:

Erbpacht von der Kirche.


erlangenden bewech[1] Und Unbewechlichen[2]
Klein und groten güdere, solliche Hure Jarlich dar=
uth tho ersoken[3]. HirenJegen averst will
der erwanther Jarrenn Reimer, dem Hinrickß
Deetleff Solch gesampt Lant, fry leveren,
by Vorpandinge der Kercken Henstede aller erer
gesampten Güdere,   It iß averst vorafre=
det, Woferne der Hinrickß Detlef denn Roggen
nicht allesampt Jarlick konde leveren, so schall
Und will he densülvigen alle wage[4] so dür[5] bethalen
mit barem gelde, alse he thor tidt der Leveringe
gelden[6] kan und gekoft wert, Thor Urkunde
und merer Vorsekeringe sint hiraver twe Gelick=
ludende Certen[7], mit einer Hant geschreven, und dorch
Dat wort Warheit upgerichtet, darvan de eine
bi den Buwmeisteren der Kercken Henstede, Und
de ander by Hinrickß Deetlef in Vorwaringe gena=
men, Geschen binnen Henstede in Jegenwart
der Ehr und Achtsamen Bartholomeuß Jebenß in
Henstede, Und Peter Holsten tho Högen alse Under=
handelerß[8] Lüde hirtho erfordert, Und ferner Har=
men Goetken und Wilhelm Husingk 2 binnen
Henstede alse mit Sekere Menner, Im Jare Und
Dage vor baven.
Tho merer Vorsekeringe averst Sint hiraver thom Winko=
pe[9] vorteret  – 2 M 4 ß, darvan der Vorkoper weg
des Carspelß 12 ß, Und der Koper 24 ß erlecht[10].

Huet Dato den 7 January deß morgenß iß Hinrickß
Deetlef gekamen und berichtet, dat he dißem
Vorgeschrevenen Handell nicht gedachte tho holden, be=
sünderen wolde den Wynkoep bi Sonnenschin bethalen[11]
Unnd darmit deß Handelß Loeß Syn



[1] be-wegelik = beweglich. Lübben 50.
[2] un-bewegelik = unbeweglich. Lübben 429.
[3] er-soken = ersuchen. Lübben 104
[4] al, alle = immer. Lübben 10.
  alle-wege, alwege = immer, jedesmal. Lübben 12
[5] dûr = teuer. Lübben 88.
[6] gelden = bezahlen. Lübben 114.
[7] Es handelt sich hier um einen Chirograph (Charta partita), eine besondere Urkundenart im mittelalterlichen Recht. Auf ein Pergamentblatt wurden zwei identische Fassungen des Vertrages von einer Hand geschrieben und diese mit einem Wort oder einer Buchstabenfolge voneinander getrennt. Dann wurde das Blatt mitten durch die trennende Buchstabenzeile, in diesem Falle Warheit, in gerader, Zickzack- oder Wellenlinie zerschnitten. Jede Partei erhielt ein Exemplar der Urkunde. Die Echtheit der Urkunde konnte im Nachhinein dadurch bewiesen werden, dass bei Aneinanderfügen der beiden Teile die durchschnittenen Buchstaben und die Trennlinie passten.(s. Peter Koblang: Vertrag von Seligenstadt 1188.)
[8] under-handelinge = Unter-, Verhandlung. Lübben 431.
[9] winkôp = der Wein (das Bier), mit dessen Trunk man einen Vertrag, ein Kaufgeschäft bekräftigt; später durch Geld ersetzt, Handgeld. Lübben 585. Vergleiche auch Dithmarscher Landrecht Artikel 64.
[10] er-leggen = ersetzen, bezahlen. Lübben 103.
[11] Bei Sonnenschein bezahlen = vermutlich: der Verhandlungspartner hat nichts zu verbergen. Es könnte auch das alte Bild einer „Sonne der Gerechtigkeit“ gemeint sein. Maleachi 3,20. Wikipedia.


Certen, Chirograph, Charta partita.

Stichwörter:

Certen, Chirograph, Charta partita.


(Z)  Hanß Dorn tho Vedderinge is schüldich Jochim Horst tho       
Renßborch 30 Mark, up Michaeliß dieses itzigen Jares, mit
eineß Jares geborlicher Renthe thobethalen, Borge Han=
ringk Möller in Henstede lavet bi Vorplichtinge eineß
Inlagerß, ock Vorpandinge siner gesampten Güdere. Der
Principal settet wedderümmme tho Pande dem Borgen,
sine gesampten Güdere, Gelickesfalleß bi eineß Inla=
gerß Vorplichtinge, Sekere Gethügen Tgitten Marx
Und Dyrck Reimerß beide in Henstede, datert den 10
January Anno 1612

(Z)  Truwelß Carsten tho Witzwurt in Eiderstede, is schül=
dich dem H. Pastoren tho Henstede M. Johanni Coronaeo[1],
82 Mak vor twe afgekofte Junge Perde, noch 18 Mark ge=
lenet gelt, also dat de gantze Summan is 100 Mark lübsch:
Up Michaelis dieses itzigen Jares in redem gelde soda=
nes alles thobethalen,  By Vorpandinge siner gesamp=
ten Güdere, Ock Vorplichtinge eines Erlichen Inlagers,
Urkuntlich Under siner eigenen Hant Und Mercke[2],
Datert den 10 Monats January Anno 1612

dux partes dd 2 ß
(Z)  Johann Moller thom Delve nevenst siner Dochter
Telße, sint eine vor alle schüldich „Reimer Rüther upm Mohr“ wegen eineß Wever
Touweß[3] 21 Mark 8 ß nevenst aller thogehor + ock eineß Peleß[4] +.
                                                        Darvor scholen de schulde=
nerß twischen S. Johanniß und Jacobi erstkümstig
guden unstraflichen helen[5] Torff[6] an dat Delver Hovet[7]
dem Creditori leveren, Und deßweg. ock den Tollen[8]
afholden[9], By Vorpandinge deßülvigen Touweß[10],
Und ferner erer gesampten anderen Güdere, Ock
Vorplichtinge eines lnlagerß, Sekere „gethügen“ Clauß
Wiltschütte und Peter Peterß 2 tho Henstede
datert denn 12 January Ao 1612.

Peter Vischer itzunt thor Horst wanende, hefft van
dem H. Pastoren tho Henstede in barem gelde entfang.



[1] Johann Coronaeus war von 1604-1641 Pastor in Hennstedt.
[2] merke 2. = Zeichen [Hausmarke]. Lübben 226.
[3] weve-tow(e) = Webergerätschaft, Webstuhl. Lübben 579.
[4] pêl = Tragring auf dem Kopf der Frauen, Kopfbinde als Schmuck und Putz, Brautkranz. Lübben 273; Hoffmann Seite 36; Nordelbingen II, 96ff;   Stierling 136.
[5] hêl = ganz, vollständig. Lübben140.
[6] torf = Torf, Brennmaterial. Lübben 411.
[7] hof = Hof. Lübben 150; hoven = Hofe halten. Lübben 151.
  hovet 2. = Spitze; Spitze, Ecke eines Deiches, Dammes; Brückenkopf. Lübben 151.
  Hof = Delve – alter Flurname,  Katasterflurbuch 1872. Wegemann 77.
[8] tol (?) = Zoll. Lübben 409.
[9] af-holden = im gerichtlichen Sinne: abwehren, eine Beschuldigung von sich weisen. Lübben 5.
[10] touwe = Webstuhl. Lübben 414.


Johannistag: Das Fest des "Johannis der Täufer" ist der 24. Juni.

Jacobstag: St. Jacob, Jacobi, Jacobus) 25.Juli.

Stichwörter:

Johannistag: Das Fest des "Johannis der Täufer" ist der 24. Juni.

Jacobstag: St. Jacob, Jacobi, Jacobus) 25.Juli.


(Z)  120 Mark  lübsch, up Michaeliß erstkümstig „mit 1 Jarß rente“, eddder in
wellichem künftigen Jare hirnacher it up Michaelis
mochte werden gefordert, alle wege mit der gebor=
lichen[1] Und bedageden[2] Renthe binnen Henstede thobethalen
Borg. Peter Hardinges tho Koldenbüttel geseten, Lavet
By Vorpandinge siner gesampten Güdere, Ock Vor=
plichtinge eines Inlagerß.   DarentJegen wil der
Principal diesen Sinen Börg wedderümme schadeloß
holden, By Vorpandinge siner gesampten Jegenwer=
digen Und thokamenden Güdere. Gelickesfalles
by eineß Inlagerß vorplichtinge, Urkuntlich under
erer beidersits Hant, Marck[3] unde Pitzere[4], datert
denn 16 January Anno 1612, tho merer Urkunt
mit des H. Lantschriverß  Aßmuß Moldenitzen
Hant Undergeschreven.     Thoweten, dewile       
ick dißen benomeden borgen nicht gespraken, dat sick
Dennoch de H. Pastor Vorredet, dat eventhür edder scha=
den deßhalven tho stan, Sintemmal der Lantschriver
tho Tonninge dissesülvige Vorschrivinge schole subsciber

debitor dd 2 ß
(Z)  Vitß Peter tho Hollingstede is schüldig Eggert Roden tho
Henstede 15 Mark 14 ß Vor eine afgekoffte Kho, Darvan
up erstkamenden Osteren 6 Mark, Und up Michaeliß[5] darup
folgende dat Averige alleß mit barem gelde thobethalen,
By Vorpandinge siner gesampten Güdere, Ock Vorplich=
tinge eines Inlagerß, Sekere Gethügen, Dyrck Rei=
merß Und Tgitten Marx 2 tho Henstede. datert denn
20 January Anno 1612

(Z)  Hanß Deetleffß tho Henstede hefft hüden Dato Van
Johannes Nannen tho Lunden, up fründtliche bidde entfan=
gen und in redem gelde upgeböret 30 Mark lübsch, up
Meidach[6] Anno 1613 in redem gelde wedderümme tho betha=
len, edder in wellichem künftigen Jahre hernacher it
up der tidt mochte gefordert werden, Darvor borge gewor=
den *Carstens Junge Johan tho Hollingstede*, Lavet by Vorpandinge siner
gesampten Güdere, Ock Vorplichtinge eines Inlagerß,



[1] ge-borlik = gebührend. Lübben 111.
[2] be-dagen = fällig werden. Lübben 28
[3] merke 2. = Zeichen [Hausmarke]. Lübben 226.
[4] pitzer = Petschaft, Siegel (auf dem Siegelring). Lübben 277.
[5] Michaelis = Michaelistag ist der 29. September zu Ehren des Erzengels Michael.
[6] Maidag = 1. Mai. Mensing III, 574.


Deß Debitoriß broder alse Reimer Und Volckeffs Deet=
lef, laven dem „Carstenß Junge Johan“ wedderüm schadeloes
by Vorpandinge erer gesampten Güdere, Ock bi Vor=
plichtinge eineß Inlagerß, HirentJegen averst
Vorredet sick Hanß Deetleffs, sine brodere edder wer
Sünsten desfalles[1] schaden liden mochte, uht allem schaden
tho benehmen, Gelickesfalles by Vorpandinge siner gesamp=
ten Güdere Jegenwerdig und thokümstich, Nevenst eineß
Inlagerß Vorplichtinge,         Schall und will demna
der debitor vor de Jarliche Hevinge sollicher Dörtich marck,
Van Johannes Nannen Dicke in der Vofften delinge[2] up
beiden siden der Schlüße, 18 Roden[3] 8 Elen[4] 2 quarter,
allewege guet Und ferdig holden. also dat der Johannes
Nanne keinen schaden Van den Dickrichteren moge hebben,
Und wen nun sodane 30 Mark der Johannes Nanne wert
wedder forderen Und entfangen, schal der debitor de er=
melten Dike ock wedderumme so guet leveren, alse he
desülvigen entfangen.   Idt is averst Vorafret
Wofernde dorch Gotteß Unweddere, de Kamme van sol=
lichen angenamener Diken worden heründer storten,
So will Johannes Nanne nabilliger wise in Sodaner
Arbeit dem debitori de Hülpliche Hant leisten,
Urkuntlichk, Under deß debitoris Und samptlichen
Borgen Undergeschrevenen Henden, Datert den
21 January Anno 1612

(Z)  Jarren Johan tho Högen is schüldig sinem broder Jar=
ren Reimeren darsülven - 45 Mark lübsch, desülvigen
up Vastelavent[5] erstkümstich aver ein Jar, mit eines
Jares geborlicher Renthe in barem gelde thobethalen,
By Vorplichtinge eines Inlagerß. Ock Vorpandinge
siner gesampten Güdere, urkuntlich under siner under=
geschrevenen Hant, Datert den 22 January Ao 612.

debitor dd 2 ß.
Suelken Jebe tho Seethe Im Stapelholm, iß schüldig
Jeben Widderich tho Veddering – 120 Mark, desülvigen



[1] val = falls. Lübben 467.
[2] dêlinge = Teilung. Lübben 76.
[3] rôde = Rute. Lübben 304.
  Heider Rute = 16 Fuß = 4,78m. Lundener Rute = 18 Fuß = 5,38m. Waschinski-Böttger, 30.
[4] Hamburger und Holsteiner Elle = 57,3 cm. Waschinski-Böttger 13ff.
[5] vastel-avent = Fastnacht: vor Aschermittwoch; die Zeit von Donnerstag vor Estomihi bis einschl. Dienstag nach Estomihi. Lübben 470.


(Z) Up Michaelis erstkümstig mit eines Jareß geborlicher

Renthe thobethalen.  Darvor börge geworden Deetleff

Carstenß tho Vedderinge, Lavet by Vorpandinge siner gesamp=

ten Güdere.  Der principall averst settet dem Borgen

wedderümme tho pande, alle sine Jegenwerdigen unde tho=

kamenden Güdere,  It is ock tho weten, dat Hanß
Clauß Henneke ock tho Seeth wanaftich, tho diesenn
Hovetsummen schüldig is –7 Daler den Daler tho 33 ß
gerekent,  Sekere Gethügen Dyrk Reimerß und Detlef
Schroder beide tho Henstede wanaftig, datert den 24
                                                        January Ao 1612.

(Z) Gertß Carsten in Henstede iß Schüldig Clauß Vehring[1]
darsülven  80 M lübsch, Herrörende wegen M. Pauli
Brüggemanß[2], Desülvigen up Michaelis dieses itzigen
Jares mit eines Jares geborlicher Renthe, in gudem
ganckbaren gelde thobethalen.  By Vorplichtinge eines
Inlagers. Ock Vorpandinge siner gesampten Gü=
dere.  Urkuntlich under siner undergeschrevenen Hant,
Datert den 24 January Anno 1612.

*Vorkoper dd 2ß*
(Z) Anno 1612. Den 25 January Hefft Hanß Carstens
thom Kleve, mit friem willen van Ove Carstenß in Hen=
stede gekofft, einen Stall So bewesten Oven sinem Huse
steit, Erdt und Nagelfast sampt dem Daken alse it itzunt
getimmert[3] steit, In der Summa vor 32 M lübsch,               
Darvan up erstkamenden Michaelis 12 M ahne Renthe
thobethalen,  De 20 M averst scholen van demsülvigem
Michaelis ahn, in twe Jaren mit der geborlichen Renthe
bethalet werden, alße up Michaeliß anno 613  10 M mit
aller bedageden Renthe, Und den up Michaelis Ao 614 de
averigen 10 M ock mit der Rente.   By Vorpandinge
deßülvigen gekoften Stalles, welckere deß Vorkoperß unvor=
latene Guet schal sin und bliven, bet der letste Heller[4] be=
thalet, und ferner siner anderen gesampten Güdere,
Der Vorkoper wil wedderümme sollichen  Stal dem



[1] Claus Fehring der Ältere war Kirchspielvogt in Hennstedt (1614-1650) gefolgt in diesem Amt von seinem Sohn Claus Fehring der Jüngere (1560-1677).
Ein weiterer Sohn Johann Fehring war Kirchspielvogt in Wesselburen, der vor dem Kayserl. Kriege mit Handelungen fast alle seine Güter durchgebracht. Mit listigen Practiquen blieb er im Amt und hatte etliche 1000 Rthl. unterschlagen. Johann zog nach Bremen wo er auch starb.
[2] Brüggemann, Paul kam 1604 als Diakon nach Hennstedt. Nahm eine Berufung nach Tating an, da man ihn hier in Hennstedt nicht als Pastor gewählt hatte. 1616 wurde er seines Amtes verlustig und wurde Bierbrauer in Hennstedt (Fehse)
[3] ge-timmerte = Bauwerk. Lübben 121.
[4] Heller ist keine gebräuchliche Währung in Norddeutschland. Er ist eine Redewendung und aus der Luther-Bibel übernommen. Matthaeus 5/26; Lukas 12/59.


Koper fry leveren, Gelickesfalles by vorpandinge siner
gesampten Güdere. It Vorredet sick averst der Köper,     
Dat he den Stal twischen dato und Mitfasten erstkümstig
up sine eigene bekostinge will wech breken,  Sekere
Gethügen Johan Vehring[1] Und Hanß Moller beide bin=
nen Henstede wanaftich.  Actum ut Supra.

(Z) Hanß Sirckeß und sin schwager Peter Peterßen in Henstede
sint eine vor alle schüldich 3 tonne  Roggen So se van Boye
Ketelß darsülvest genochaftich entfangen, Sodanen Roggen
up Michaeliß erst kümstig mit barem gelde thobethalen, umme
den pryß alse Boye Ketelß sine Naberß nedden unde baven
den Roggen bet up de tit van dato an tho borge dahn.  Und sol=
liches bi Vorplichtinge eineß Inlagerß, Und Vorpandinge
erer beidersits gesampten Güdere.  Sekere Gethügen
Sivert Peterß tho Henstede Und Hanß Junge vann
Meldorpe[2],   Datert den 26 January Ao 1612.

(Z) Nachdeme Dyrck Reimerß Sohn Hanß tho Henstede,
ein Handwerck tho leren im willenß, So Vorplichtet
sick Dyrck Reimerß derowegen , dat he dem Lehrgelde
welliches der Lehrmeister darvor tho hebbende begeret
de helffte „ uth sinen Güderen“
                  up tho leggen,  Und solliches up deß H. Pasto=
ren velfoldigeß anholdent,   Imfalle nun der Meister
thom amfange wolde etwas up de hant hebben, So will
gemelter Dirck Reimerß tho dero behoeff[3]  5 daler in
barem Gelde strax upleggen,  Und wen dan der Junge
dat Hantwerck tho vollen uhtgeleret, So schall und will
he tho den 5 Daleren So vele entrichten „ So widt sick“
                                                                 dat halve
Lergelt deit erst recken,  Und solliches by vorpandinge
siner gesampten Güdere, Ock Vorplichtinge eines In=
lagerß,  Urkuntlich under siner eigenen undergeschre=
venen Hant,   Datert de 1 February Ao 1612.



[1] Johann Fehring, ein Sohn des Kirchspielvogts in Hennstedt,  der vor dem Kayserl. Kriege mit Handelungen fast alle seine Güter durchgebracht. Mit listigen Practiquen blieb er im Amt und hatte etliche 1000 Rthl. unterschlagen. Johann zog nach Bremen wo er auch starb. Vieth S. 460ff.
[2] 25704 Meldorf.
[3] behôfte = Bedürfnis. Lübben 34


Lehrvertrag

Stichwörter:

Lehrvertrag


(Z) Hannß Rüther upm Ostermohr iß schüldich Reimer
Roden van Meldorpe 12 M lübsch, Desülvigen up Jacobi
erstkümstig mit barem gelde thobethalen, by Vorplichtin=
ge eines Inlagerß, Ock Vorpandinge siner
gesampten Güdere, Sekere Gethügen Sturen Jarre
upm Westermohr, Und Jarren Johan tho Högen,
Datert denn 2 February  Anno 1612.

Carsten Schmit und Jarren Johan beide tho Henstede
hebben van Jacop Carstenß tho Vedderinge 30 schepelß
Saet lant gehüret, up Dorckeß[1] Ort belegen, dat
vor graß darvan dießen Sommer afthomeyen, Jder
schepelßaet umme 20 ß lübsch, Sollck Huergelt up
Martini erstkümstich samplich tho bethalen, ock eine
vor alle,  By Vorplichtinge eines Inlagerß, Ock
Vorpandinge erer allersits gesampten Güdere,
Sekere Gethügen Hanß Detleff vam ostermohr,
und Hanschen Carsten tho Süder Heistede,  Datert
den 2 February Ao 1612.

(Z) Jenß Telße in Henstede hefft van Peter und Carsten
Boyen – Gebrodere ock in Henstede, 17 schelßaet graß
lant gehüret, *up der Langen Schicht belegen*,
                    ider schepelßaet umme[2] 20 ß lübsch,
dat Vorgraß dießen erstfolgenden Sommer darvan
afthomeyen, Up Jacobi erstkamende sollich sampt=
lich Hurgelt in redem gelde thobethalen,  By Vor=
pandinge erer gesampten Güdere, ock Vorplichtinge
eineß Inlagerß, Sekere Gethügen Dyrck Rei=
merß und Tgitten Marx beide in Henstede,
Datert den 6 February Ao 1612.

(Z) Peter Rüter Hanß Rüterß Son upm Ostermohr, is
schüldich Hanß Detleffs darsülvest 50 M lübsch, de=
sülvigen up Michaelis dießes itzigen Jareß mit eineß
Jares gebörender Renthe tho bethalende,  By Vorplichtinge
eines Inlagerß, Ock Vorpandinge siner gesampten Güdere,
Sekere Gethügen



[1] Der Dortjan ?. Katasterflurbuch 1872. Wegemann 91.

[2] umme 4. = Tausch und Preis bezeichnen. Lübben 424ff.


(Z) Clauß Vaget in Hennstede vorplichtet sick, dat he dem
Herrn Pastoren darsülvest M. Johanni Coronaeo, wegen
Hanß Beckeren und siner fruwen Grethen, up Michae=
liß dieses Itzigen Jares – 6 M lübsch mit eines Jares
rente wil entrichten unde bethalen, welckere 6 M
*ungefehr* up negestvorflatenen Martini der Hanß Becker und
Grethe vam H. Pastoren entfangen, * thoweten dat der H. Pastor 
mi wegen Geelß Greten 4 ß vor einen Herrn breef entrichtet*
                                                          Settet dem=
nach vor solliche bethalinge der Clauß Vaget dem Hern
Pastoren tho Pande sine gesampten Güdere Ne=
venst eines Inlagerß Vorplichtinge.  DarentJe=
gen settet der Hanß Beckerß fruwe Grethe dem
Clauß Vaget wederümme thom Underpande, alle ere
itzigen und in künftig erlangenden Güdere, Gelickes=
falles by eineß Inlagerß Vorplichtinge.  Sekere
Gethügen Peter Hake und Widderß Michael beide
thor Horst wanende,  Datert den 8 Februa: Ao 1612.

(Z) Ove Carstenß in Henstede iß schüldig Hanß Car=
stenß darsülvest 8 M lübsch, herkamende weg. H.
Boyen Klaußen, desülvigen up Micharlis erstkümstig
mit eines Jares geborlicher renthe thobethalen,  By
Vorpandinge siner gesampten Güdere,  ock Vorplich=
tinge eines Inlagerß,  Woferne averst diße Schult
in Ove Carstenß Sinem Hueßkope, nicht konde gerekent
und Afgekortet werden, so vorplichtet sick Hanß Car=
stenß hirmit, desülvige sine Schult wedder afthotreden,
Alleß by Ehren und truwen beidersits thoholden,
Urkuntlich under Ove Carstenß undergeschrevenen
hant,  Datert denn 11 February Ao 1612.

Anno 1612 den 11 February  bekennen Johan Schmit und
Jarrke Johan 2 tho Henstede, dat se im Vorherganden 1611
Jare deß ersten Sondages im Advente, van dem H.
Pastoren darsülvest M. Johanne Coronaeo hebben gehüret,
Sinen Kroch de Dorckeßordt genant vor Henstede belegen,
welckere Hure van negest vorschehenem Micharliß an,



twe Jarlanck schall geholden werden, ider Jar umme
60 M Lübsch bedingede Hure, und darbaven eine tonne
guden grütte Haveren[1],   Idt schall averst dat ge=
nante „lant“ solliche twe Jar *na desse Pastoren willen
van einem guden Man de ehme gefellig*
                                           geploget[2] und mit Haveren
geseyet[3] werden,  Dat leste Jar schall it dremall ge=
ploget und woll geegedet[4] werden, dat it van guden
vorstendigen[5] Hueßlüden[6] nicht kann gestraffet werden,
Scholen demna de Hürerer van dem lande tho geneten
hebben, alles wat se mit der Sekel[7] und Lehe[8] darvan
schiden und Meyen konnen, und sünsten nicht gebruket
edder geettet werden.  Dat korte Stro belangen=
de, will der H. Pastor dat Ander Jar so vele vorschaf=
fen, alß he kann tho wege bringen, Iodoch dat de
Hürere datsülvige up ere eigene Unkostinge scholen
uthfören.  De Hure Jarlich wehr weken na
Michaeliß[9] mit barem gelde thobethalen, Setten de
Hurere deßwegen tho Pande, ere gesampten Jegenwer=
digen und thokamenden Gudere, Nevenst eines In=
lagerß Vorplichtinge.  It is averst vorafredet,
woferne de Hurere deß ersten Jareß bedagede Hure
nicht konden uhtgeven, dat se alßdenne vor eines Ja=
reß geborlicher Renthe, desülvigen ein Jar scholen bestan=
de beholden, Und wen den deß letsten Jares Hure be=
daget, alles mit redem gelde in einer Summa bethalen,
by ehren Unde Truwen tho holden, Urkuntlich under
eren eigenen Undergeschrevenen handen,  Datert den
11 February Ao[10]. 1612

(Z) Hinrickß Clauß und Jürgrn Rickerß beide tho Linden,
sint einer vor alle schüldich Eggert Roden tho Henstede
6 ½ M 2 ß, Herkamende wegen 2 tonne Haveren und
eine tonne Garsten, Sollich Gelt up S. Johannis Baptis=
tae[11] in redem gelde thobethalen, By Vorpandinge erer,
gesampten Güdere, Ock Vorplichtinge eines Inlagers,



[1] Grütze = grob zerkleinerte Getreidekörner.
[2] plogen = pflügen. Lübben 280.
[3] seien = säen. Lübben 342.
[4] egen = eggen. Lübben 92
[5] vorstendich = verständig, vernünftig, klug, geschickt. Lübben 525.
[6] hûs-man = 2. der ein Haus zu besorgen hat (hus-lude). Lübben 154.
[7] Sekel = Sichel. Mensing IV, 466. [Mensing: das Wort ist seit 1755 für Dithm. bezeugt. Das können wir nun u
143 Jahre korrigieren.]
sekele = Sichel. Lübben 343.
[8] lê (lêhe) = größere Sense. Lübben 199.
  Lee = Sense, Sensenmesser. Mensing III, 431.
[9] Michaeliß = Michaelistag ist der 29. September zu Ehren des Erzengels Michael.
[10] Ao mit einem Überstrich=Kontraktionszeichen, bedeutet, dass das Wort Anno verkürzt (kontrahiert) wurde.
[11] Johannistag: Das Fest des "Johannis der Täufer" ist der 24. Juni.


Seker Gethügen Dyrck Reimerß und tgitten Marx
Beide tho Henstede, Dater den 13 Februar. Ao[1]. 1612

(Z) Jacop Adrian in der Schlichten itzunt wanende, is schül=
dich „sinen Schwager“ Sivert Pavelß im Carspel Koldenbüttel[2] up der
Herren Hallige – 46 Mark lübsch, desülvigen up Micha=
elis erstkamende  na dato mit eines Jares geborlicher, [Rente]
thobethalen, edder in wellichem künftigen Jahre herna
it mochte gefordert werden, Unnd solliches by Vorpan=
dinge siner gesampten Jegenwerdigen und thokamenden
Güdere, Sekere Gethügen Hanß Wolt thor
Horst[3] und Clauß Bartelß tho Henstede Datert
                                                 Den 15 February Ao[4] 612

(Z)  Baeke Peterß up der Langenschicht, heft van Rode Hanß
Telßen in Henstede gehüret, Ungefehr 16 Schepelßaet
lant up der Langen Schigt[5] belegen, vor 28 ß bedinget
Hurgelt ider schepelßaet, Vor Und nagraß darvan dießen
erstkümstigen Sommer thogeneten, * up Martini[6] erstkamende
 dat Hürgelt thobethalen*                 By Vorpandinge
 siner gesampten Gudere,, Ock Vorplichtinge eineß Inla=
gerß, Sekere Gethügen Jarren Hanß thom Ber=
kenholm Und Andreaß Marx tho Linden. Datert
denn 16 Febrary Ao 1612

creditor dd 2 ß
(Z)  Hanß Martenß tho Vedderinge, is schüldig Martenß
Tyeß tho Delstede im Carspel Tellingstede – 30 Daler,
den Daler tho 33 Schil: gerekent. Up Gallendach[7] erstka=
mende mit redem gelde ahne Renthe thobethalen. By Vor=
pandinge siner „klein und groten“ gesampten Güdere. Sekere Gethügen
Bartholomeuß Reimerß tho Veddering, Und Albert Bhüman
thor Heide, Datert denn 16 Febrary 1612.

(Z)  Eggert Reimerß upm Westermohr, iß schüldig Detleff
Hernnekenß darsülvest – 21 Mark 11 ß. Up S. Johanniß
Baptistae[8] erstkümstig na dato mit barem gelde thobethalen.
Börgen Jarren Reimer tho Högen lavet by Vorpandinge siner



[1] Ao mit Überstrich = Kontraktionszeichen s. Seite 215
[2] 25840 Koldenbüttel, Nordfriesland.
[3] Horst ist heute ein Ortsteil von 25779 Hennstedt.
[4] Ao = Anno mit Überstrich = Kontraktionszeichen.
[5] Schitz-Koppel ? Wegemann 30.
[6] Martinstag = Festtag des heiligen Martins, 11. November.
[7] Gallentag = Gallustag = St. Gallen Tag = 16. Oktober.
[8] Johannistag: Das Fest des "Johannis der Täufer" ist der 24. Juni.


gesampten Güdere. Der principal settet sinem bör=
gen Wedderümme tho pande, sine gesampten Jegenwerdi=
gen Und thokamenden Güdere, Benevenst eines Inlagers
Vorplichtinge. Sekere Gethügen Hanß Henniges
ein Goltschmitt thor Heide wanende, Und Harmen Goet=
ke tho Henstede. Datert den 16 February Ao 612

(Z)  Harmann Goetke in Henstede,“neven siner fruwen Konneken“
                                                         is schüldig Peterß
Johan tho Linden – 5 M 8 ß, wegen einer Tonne1 Roggen
herrörende. Up Jacobi[1] erstkümstig mit redem gelde tho=
bethalen, By Vorplichtinge eines Inlagerß. Ock vor=
pandinge siner gesampten Güdere. Sekere Gethü=
genn Jarren Reimer tho Högen, Und Eggert Reimerß,
upm Westermohr, Datert den 16 February Ao 612

(Z)  Jarre Johan tho Henstede is schüldig Marx Greten Car=
sten in den Bergen sitzaftig – 17 M und 2 schepel Hop=
pen, herkamende wegen einer afgekofften Starcken.
up Michaeliß[2] erstkümstich mit redem gelde tho bethalen.
By Vorplichtinge eines inlagerß. Ock Vorpandinge
siner gesamptem Güdere. Urkuntlich under siner
undergeschrevenen Handt, Datert den17 February
                                                                        Anno 1612.

debitor dd[3] 2 ß
(Z)  Peter Vischer itzunt thor Horst wanende, iß dem H. Pa=
storen tho Henstede, baven de 100 M so he bereit van
ehme bekamen und Peter Hardinges Borge darvor gewor=
denn, nochmalß hüden dato schüldig geworden 20 M.
desülvigen 20 M. up Michaelis erstkümstig mit eines
halven Jares Renthe thobethalen. Borge sin Vader
Johan Vischer tho Witzwort[4] in Eiderstede wanende, lavet
by Vorpandinge siner gesampten Güdere. Ock Vorplich=
tinge eineß Inlagerß. Der Principal settet sinem
Vader wedderümme tho pande, sine gesampten Güdere,
Gelickesfalles by eines Inlagerß Vorplichtinge. Sekere
Gethügen Haring Russe, Johan Reimerß 2 tho Henstede
und Peter Hake thor Horst, Datert 17 February
                                                                                 Anno 1612



1) Für die Tonne galten die Rendsburger Maße. Dithmarscher Landrecht von 1567, Artikel 75.

[1] Jacobstag: St. Jacob, Jacobi, Jacobus 25.Juli.
[2] Michaelis = Michaelistag ist der 29. September zu Ehren des Erzengels Michael.
[3] de dato = vom heutigen Tag
[4] 25889 Witzwort, Nordfriesland.


debitor dd 2 ß
(Z)  Jenß Peterß thor Schlichten up Jarren[1] Clauß Detlefs
Lande wanaftig, heft van Clauß Fehring in Henstede
gekoft 16 tonne Marsch Haveren, So he thor Uhtsaet[2] benödi=
get, ider tonne umme 29 ß bedingedes Kopeß, Solck
gelt up Michaeliß[3] erstkamende in ganckbarer[4] Münthe
thobethalen, By Vorpandinge siner gesampten Güdere,
Ock vorplichtinge eineß Inlagerß, Sekere Gethügen
Dyrck Reimerß und Tgitten Marx 2 tho Henstede,
Datert denn 18 February Anno 1612

De Erven dd 2 ½ ß
(ZZ)  Nachdemmale Clauß Vagedeß fruwe S. Allke tho Henstede
In erem Kranckenbedde“Jodoch“ by gudem Vorstande, in upge=
richteden „erem“ Testamente, den 19 Marty Ao[5] 1611 datert,
erem Ehman Clauß Vageden belaten, eren andeel weß ehr
van den wolgewunnen Güderen, so se beide in stander Ehe
vorworven gebörede, Und so lange desülvigen in sinem
besitte thobeholden, he befriede sick wedderüme edder nicht,
alse Godt der Here ehme dat levent fristede, Na sinem
Doetlichen afgange averst, scholden in „ ere benömede“ Erven
alß Hanß Clauß Hanß und Clauß gebrödere tho Henstede,
unnd erer Süster Siben tho Weddingstede, Sodane „belatene“Güdere
„hen“ Erven und gedelet werden. Datt sick
Demnach der genanter Clauß Vaget *mit den itzgedachten Erven*  
                                                             huet dato grüntlich
vordragen, und in aller früntschop voreiniget wegen Söllicher
Wolgewunnen Güdere, dergestallt dat der Clauß Vaget,
deßwegenn „Und darvor“ Dießen Erven Alß Carstenß
Johanß Clauß van Weddingstede, Unnd Hanß Clauß
Hanß ”nevenst denn broder Clauß” in Henstede tho gevende thogesecht, - 70 M
lübsch. welckere van Dato an, in Vehr Jaren und gelickme=
tige Termine mit aller bedageden Renthe schölen bethalet
*Und der erste termin up Vastelavent[6] anno ibi 3[7] uhtgeven*
werden,und sollicheß by Vorpandinge siner gesampten
Güdere, Ock Vorplichtinge eineß „erlichen“ Inlagerß, It iß aver
tho weten dat Hanß Clauß, sinen Drüdden Deel van dißem
ingeschrevenen gelde, sine broder Hanßen geschencket
und friewillig Vorehret, Alß dat Hanß de twe dele, Und

 



[1] Jarrenkamp in den Erdbüchern von 1678 und 1775 für die Nachbargemeinde Wiemerstedt nachgewiesen. Wegemann 95.
[2] sât = Saatkorn. Lübben 316.
  saien = säen. Lübben 313.
[3] 29. September
[4] genge, ginge, gange = gangbar, gebräuchlich, von der Münze. Lübben 116
[5] Ao mit Überstrich = Kontraktionszeichen. Das Wort wurde verkürzt(kontrahiert) = Anno.
[6] vastel-avent = Fastnacht: vor Aschermittwoch; die Zeit von Donnerstag vor Estomihi bis einschl. Dienstag nach Estomihi. Lübben 470.
[7] anno ibi tres = dort 3 Jahre [bezahlen]


Carstenß Johanß Clauß wegen siner
fruwen Siben, den drüdden deell, schale hebben und entfan=
gen.   DarentJegen vorplichten sick wedderümme
de Vorgedachten Erven gegen Clauß Vaget, dat se ehme
Sodane wolgewonnene Güdere *wegen dieses Ingescherevenen
tho gesechten geldes*                vor alle an
und thosprake willen fry leveren und warende wesen, Ge=
lickeßfalles by „Vorpandinge“ erer allesits gesampten Güdere.
Solliches alles gereden und laven alle Dele, de eine dem an=
deren bi Ehren Trüwen und gudem Geloven, ahne geferde
und Argelist veste und Unvorbraken thoholden, woraver
dießer Certen[1] twe eines Ludes, mit einer hant geschreven
und dorch dat wort Warheit utheinander geschneden, upge=
richtet, Darvan de eine by den Erven und de ander by
Clauß Vaget in Vorwaringe genahmen.  Actum Hen=
stede In Jegenwart der Achtbaren und Ersamen Clauß
Vering, Hanß Jürgenß tho Henstede, und Clauß Arendeß
tho Bergewürden, Alse Sekere Gethügen und Underhande=
lerß lüde hirtho erfordert, Im Jahre 1612 den 20 Februari.

*debit: dd 2ß*
(Z) Jeß Siverßen und Clauß Hinrickß  „nevenst Hanß Holsten 3“ up dem Wester=
mohr, sint eine vor alle schüldich Eggert Roden tho Hen=
stede 27 M 8 ß,  Solliches alleß up Bartholomey[2]
dießes itzigen Jares, in guder ganckbarer Münthe thobe=
thalen. By Vorpandinge Eher gesampten Güdere.
Ock vorplichtinge eines Erlichen Inlagerß. Sekere
Gethügen Sivert Peterß und Clauß Kuper beide tho
Henstede, Datert den 21 February Anno 1612.

*debitores dd 2 ß*
(Z) Spakerß Johann und Andreaß Marx tho Linden,
hebben van Peter und Carsten Boyen tho Henstede gehü=
ret 29 schepelßaet lant De Hingstkroch[3] genant benorden
der Horst belegen, ider schpelßaet umme 20 ß Hur=
gelt, Dat Vorgraß diesenn anstanden Sommer darvor
afthomeyen, Sollich Hurgelt up Michaelis erst=
kamende mit barem gelde eine Vor alle thobethalen,



[1] Certen = Chirograph (Charta partita), ist eine besondere Urkundenart im mittelalterlichen Recht. Auf ein Pergamentblatt wurden zwei identische Fassungen des Vertrages von einer Hand geschrieben und diese mit einem Wort oder einer Buchstabenfolge voneinander getrennt. Dann wurde das Blatt mitten durch die trennende Buchstabenzeile, in diesem Falle Warheit, in gerader, Zickzack- oder Wellenlinie zerschnitten. Jede Partei erhielt ein Exemplar der Urkunde. Die Echtheit der Urkunde konnte im Nachhinein dadurch bewiesen werden, dass bei Aneinanderfügen der beiden Teile die durchschnittenen Buchstaben und die Trennlinie passten.(s. Peter Koblang: Vertrag von Seligenstadt 1188.)
[2] Bartholomäusnacht = 24. August. M. Heim 48.
[3] Hingstenkrug alter Flurname in Kleve-Westermoor. Wegemann 91


By Vorpandinge erer gesampten Güdere.  Ock vor=
plichtinge eineß Inlagerß,  Jodoch is tho weten
dat Spakerß Johan de twe Dele, und Andreaß By
Marx dat drüdde deell bekumpt, Sekere Gethügen
Harmen Goetke, Willhelm Hüsing tho Henstede
Datert den 23 February Anno 1612.

(ZZ) Nach demmale Peter Klenschmit tho Henstede, van siner
Dochter Wiben, umme eren Moderlicken Andeell „erfgudere“ an Bedde
gewant, Linnenware edder weß it Sünsten Syn mochte
*und er itziger tidt kamen konde, welkeß*
Peter Kleinschmit by sick in Vorwaringe gehatt heft,
bespraken, Alse Bekennet gedachte wibe, dat Se alleß
wat ehr van der Sehligen Moder Gretken Klenschmedeß
kamen konde, Huet dato thor vollen genoge
*van dem Vader Peter Klenschmit*
tho eren Sekerenn Handen hebbe entfangen, also dat
se ehme deßwegen nicht alleine
früntlich hefft thobedancken,  Besünderen quite=
ret ehne „ock“ vor alle widere namaninge[1] sollicher Erfgü=
dere halven, in ewigheit „ vor sick und ere Ervenn“ nicht ferner darumme thofor=
deren. *Alleß bi ehren trüwen und guden Geloven ahne
argelist und gefehrde veste und Unvorbraken thoholden*
            Sekere gethügen Und underhandelerß lüde,
Jarren Reimer van Högen alse Peter Kleinschmits
Handelßman, Unnd Hanß Jürgenß „ in Henstede“ alße wiben
ere bistannt[2], welliche beiden, diße gemelten parte
in der gude vaneinander geholpen, also Dat se beidersits
Consenteret[3] Unnd thofreden,   Urkuntlich
sint hiraver 2 Certen[4] eineß ludeß und dorch dat
wordt Vordrach uhteinander geschneden, darvan de eine
by dem Vader und de ander by der Dochter in Vorwa=
ringe,  Datert denn 23 February Anno 1612.
Sekere diße menner, hebben dißen Handel thor wit
licheit[5] mit eren handen undergeschreven, Jodoch ehnen
und eren Ervenn unscheetlich.[6]

*Vorköper dd 2 ß*
Anno 1612 den 24 February hefft Boye Ketelß
tho Henstede, tho einem bestendigen Erffkope vorkofft
und upgedragen, dem Peter Karstenß darsülvest. Syn



[1] na-maninge = Nachforderung, spätere Klage. Lübben 241.
[2] bi-stân = beistehen. Lübben 55.
  Frauen dürfen ohne männlichen Beistand nichts verhandeln. Dithmarscher Landrecht Artikel 25.
[3] consentio = übereinstimmen.
[4] Certen = Chirograph (Charta partita), ist eine besondere Urkundenart im mittelalterlichen Recht.
[5] witlicheit = -- Erklärung, Bezeugung, Zeugnis. Lübben 589
[6] un-schedelik = was keinen Schaden tut. Lübben 442.


Hueß unnd Hoffte Erdt und Nagelfast, Alle leven=
dige Have, unnd gesampte Ingudere wo datsülvige al=
leß namen hebben mochte, *und itzunt im Huse vor handen is,*
                                          uhtgenamen de vedder kleidere
unnd Wifflichenn ware[1], so siner fruwen gehorich, dartho
Boyenn sine Ganckkleider[2] scholen darbuten beschlaten syn   
Noch 3 Ossenn welckere Clauß Fehring vam ehme
gekofft, sollckeß is darbuten beschlaten.   Ferner
alle dat Lant an acker[3] und wischen[4] wor solliches alleß
belegenn, So woll ock alleß weß der Vorkoper an Bar=
schop[5] by den Lüden hefft, dat der Koper kan upfragen,
Sollicheß alleß schall der gemelter Koper hebben und
Erflich besitten,    Inn der Summa vor 1600 M
lübsch rechteß bestendiges Kopes,   Welckere Koep=
gelt der Koper up Michaeliß dieses itzigen Jareß mit
barem gelde schall und wil bethalen, by Vorpandinge si=
ner gesampten Jegenwerdigen und thokamenden Güdere,
nevenst diesenn gekofften Güderen, welckere des Vorko=
perß unvorlatene Güdere schalen syn und bliven, bet
der letste Heller bethalet, Unnd ferner by vorplich=
tinge eineß Inlagerß.    DarentJegen averst
will der Vorkoper solcke vorkoffte Güdere, dem
Koper vor alle an upsprake frye leveren und waren=
de wesen, Uht alle sinen redesten und besten Gü=
derenn,   Idt is averst uhtdrücklich vorafre=
det, dat der Vorkoper dem Koper dit Hueß, Und  Hof=
te nevenst allen guderen so hirbaven benömet,
twischen Dato und morgen Avent[6], schall aftreden
unnd Inrümen[7], Sekere Gethügen „Dyrck Schomaker“
                                                      Clauß Vaget,
Hanß Haman, Peter Arendeß und Hanß Boye
2 tho Bergewürden,  Actum Hennstede ut supra.
 

Marx Sprek van der Thilen Sinen Spreckß Shon *Alße
ein Mit Erve tho Hinrichß Wiben Güdere*     heft huet
dato wolbedachteß modeß erflick vorkofft und upgedragen,
dem Clauß Marx rhom Delve, van allen Güderen so Hin=
rickeß Wibe tho Henstede bestorven, und eren Erven hinder sick
*Vorkoper dd 2 ß*
*NB Dißer Handell is wedder-up geropen[8] und nagebleven[9]*



[1] Der weibliche Besitz der üblichen Weise einer Ehefrau gehört. ?
[2] Alltagskleidung?
[3] acker = beackertes Land. Lübben 3.
[4] wisch = Wiese. Lübben 587.
[5] Barschaft ? = Barvermögen.
[6] Montag(24.Febr.) und Dienstag(25.Febr.) Der 26. Febr. 1612 war Aschermittwoch.
[7] in-rumen = einräumen; Raum, Platz gewähren. Lübben 160.
[8] up-ropen = widerrufen, rückgängig machen. Lübben 452.
[9] na-bliven = 1. ausbleiben. 2. unterbleiben. 3. übrig bleiben. Lübben 239.


Vorlaten, de der dele, it sy Hueß, wurt Ruhm edder
weß it alleß synn mochte, *Noch 3 Blöcke up der Lövken
deß Burschopps lant beosten, unnd Tgitten Marx bewesten*
     (ZZ)                                        Darvor schall und will der
Koper in alleß geven 30 M lübsch, worfan de 10 M                  
strax bethalet, de anderen 10 M up Michaeliß dieseß
itzigen Jareß, und de letsten 10 M up Michaeliß
Anno 1613 alleß ahne renthe ahn barem gelde thobetha=
len,  By Vorpandinge siner gesampten Güdere, ock ehren
Truwen und guden geloven,    DarentJegen schall und
will der Vorkoper Solliche dre dele vorkoffte  Güdere
vor siner fründe alle an und upsprake will frye leveren
und dem Clauß Marx warende wesen, uht alle sinen
redestenn und besten Güderen,   Wat averst
denn verden deell belanget, is nicht mit in dißen
Koep bescheden, Sünderen daruthbeschlaten,  Gethügen
Gert Schomaker Und Hanß Jürgenß 2 tho Henstede,
Datert den 29 February Anno 1612.

(Z) Johann Hennekenß Und Carsten Schmitt ho Henstede,
hebben eine Vor alle van Jarren Hanß tho Glüsinge
gehüret 7 Rode Mohrß[1] in Glüsinger Mohr up siner
Büthe[2], wor it den Hüreren gefellg tho graven, darvor
der Vorhürer sine bethalinge[3] tho vollen heft bekamen[4],
will demna der gedachter Vorhürer sollichen gehüreden
Mohr, den Hüreren frye leveren, So woll ock einen fasten[5]=
wech den torff uht dem Mohr tho halen, und guet Sette[6]=
lant dartho vorschaffen,  By Vorpandinge siner gesamp=
ten Güdere, Urkuntlich under siner eigenen underge=
schrevenen Hant,  Datert den 1 Marty Ao 1612.

(Z) Jarre Johan tho Henstede iß schüldig Peter Carstens
darsülvest, 15 M lübsch, wegen 5 tonne Geesthave=
ren und 500 Hoppenstaken herrörende, Solliches up
Michaeliß[7] erstkamende in redem gelde thobethalen,  By
Vorpandinge siner gesampten Güdere.  Ock Vorplich=
tinge eines Inlagerß, Urküntlich under siner eigenen
Hanndt.   Datert den 2 Marty Anno 1612.

 



[1] 7 Ruten Moorland. Heider Rute = 4,78m; Lundener Rute = 5,38m. Waschinski Böttger 31.
[2] Büt = Anteil. Lübben I, 630ff.
[3] be-talinge = Bezahlung. Lübben 48.
[4] --- wenn alles bezahlt wurde---
[5] vast(e) = sicher. Lübben 470.
[6] setten = 2. verfestigen. Lübben 346
[7] Michaelis = Michaelistag ist der 29. September zu Ehren des Erzengels Michael


Hopfen, Hopfenstangen.

Stichwörter:

Hopfen, Hopfenstangen.


*Reimer Rüter dd 2 ß*
(Z) Nachdemmale Hinrichs Detleff tho Linden, etzliche
schaden Vann Reimer Rüthern upm
Mohr wanende, hirbevor bekamen, daraver se dan in
Rechtstridt geraden, bet ock entlich im Undergerichte,
luet eines gesprakenen Ordelß[1], dem Hinrichß, Detlef
vor solliche Schaden eine Summa Geldeß thoerkant,
Alß iß Huet dato deßwegen under solliche beiden
Parte[2] einfrundtlich Handell und Vordrach gescheen,
Dergestalt dat der Reimer Rüther, dem Hinrichß
Deetlef einß vor alle „deßwegen“ schall geven und in barem gelde
entrichten 30 M lübsch, darvan strax 2 M 5 ß
bethalet, Dat averige averst alse 27 M 11 ß,
scholen up Michaeliß erstkamende bethalet werden.
Vorfohr[3] Börge geworden, de Ersamen Hanß Rü=
ther und Junge Hanß[4] upm Ostermohr, Laven bi
Vorpandinge rer gesampten Güdere, ock eine  Vor alle
Der Reimer Rüther Averst, Settet sinen Börgen wed=
derümme tho pande, Alle sine itzigen und in künftig
erlangenden Güdere,  Iß derwegen der obgedach=
ten parte alle ere stridt unde wedder wille hirmit
gentzlich upgehaven,   Sekere Gethügenn
Reimer wise thom Berkenholm, Und Mahß Hanß
upm Ostermohr wanende, Datert den 3. Marty
                                                         Anno 1611[5]

(Z) Nachdeme Frenß Grethe in Henstede mit Hinrichß
Detleff tho Linden in Rechtstridt geraden, Also dat
ock Ordell und Sententia[6]  twischen se gespraken *ock
so daneß wat vorborget, und nicht daraver geurdelet* Alß
ist demna dorch gude Undechandeterß lüde, solliche
Stridige Sake, de Sodane parte bether thosamende gehaet
hüet dato thom gründe upgehaven Und in aller güde
Vordragenn, dergestalt dat keiner up den anderen, wegen
sollicher stridigen Sake *in ewicheit nicht*  
                       mehr thospreken, besündern alle
twist und Zanck vorgeven Und Vorgeten,
Belangent Averst der Heren bröke, So beider parte
wegen fallen mochte, mach Jeder datsülvige afhohlen,



[1] or-dêl = Urteil. Lübben 256.
[2] part = 3. Gerichts- oder sonst eine Partei. Lübben 271.
[3] woför = wofür. Mensing V, 679.
[4] Hanß oder Henß
[5] Anno 1612.  Datumsfehlereintrag  des Kirchspielschreibers.
[6] Sententia = nach besten Wissen und Gewissen (geurteilt worden).


war ehnen thoerkant werden wert,  Solliches alleß
geredet Und lavet de eine dem Anderen by Ehren
Trüwen[1] und guden Geloven, ahne Argelist und gefehr=
de weste unnd unvornraken thoholden,  Sekere Ge=
thügenn, Reimer Wise thom Barckenholm
Junge Hanß upm Ostermohr und Hanß Rode van
Vedderinge.  Datert den 3 Marty Ao 1612.

*debitor[2] dd[3] 2 ß*
(Z) Hanß, Clauß Hannß Sohn Hanß uht der
Schlichten, iß schüldich J. Clauß Seken darsülvest 10 M
8 ß, worfohr der Clauß Seke dem Haringk Möller
2 tonne Garsten morgenß dageß deß Hanß Hanßes
halven schall leveren, und dat averige wat de twe Tonne
Garsten nicht bethalen, in barem gelde dem
Hanß Hanßen sülven vorstrecket,  Solliche 10 ½ M
Morgenß dages in barem gelde thobethalen,  By
Vorpandinge siner gesampten Güdere, Ock Vor=
plichtinge eineß Inlagerß  Sekere Gethügenn
Egge Johann tho Süderheistede Unnd
Hanß Detleff tho Linden,  Datert den 4 Marty
                                                          Ao 1612.

Joneken Carsten Und Hanß brodere upm Westermohr
sint eine vor alle schüldig,  Detlef Hennekenß dars
12 M, vor Saet korenn[4],    Up S. Johanniß erstka=
mende mit redem gelde thobethalen,  By Vorplichtin=
ginge eineß Inlagerß, Ock Vorpandinge sampter Güdere,
Thügen Junge Hanß upm Mohr, und Johann
Tgittenß van Veddering,  Datert den 8 Marty
                                                         Ao[5] 612.

(Z) Jonicken Carsten und Hanß gebrödere upm Westermohr
sint eine vor alle schüldich, dem Carsten Reimerß darsülvest,
6 M 3 ß, Up Jacobi erstkamende mit Redem gelde tho
bethalen,  By Vorplichtinge eineß Inlagerß.  Ock
Vorpandinge gesampter Güdere,  Gethügen Junge
Hanß upm Mohr, unnd Johan Tgittenß tho Veddering,
Datert denn 6 Marty  Anno 1612.



[1] Ehrenwort geben. Deutsches Rechtswörterbuch III, 3 c.

[2] Debitor = Schuldner.

[3] dd = de dato = vom Tag der Ausstellung an

[4] sât = Samen von Pflanzen, Saatkorn. Lübben 316.

    korn (koren,korne) = 1. Korn. Lübben185.

[5] Anno mit Überstrich = Kontraktionszeichen. Das Wort wurde verkürzt(kontrahiert).


Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht



Transkription noch nicht veröffentlicht


zum Vergrößern klicken.
Quellen:

Arends, Otto Fr.:  Gejstligheden i Slesvig og Holsten, fra Reformtionen til 1864. Köbenhavn MCMXXXII.
Chronik Hennstedt: Unser Dorf Hennstedt
Danckwerth, Caspar; Newe Landesbeschreibung, Husum 1652.
Deutsches Rechtswörterbuch. Uni-heidelberg drw-www.adw.uni-heidelberg.de.
Dithmarscher Landrecht 1567 in Corpus Statutorum Provincialum Holsatiae von Cronhelm. Altona 1750.
Grimm, Jacob und Wilhelm; Deutsches Wörterbuch, dtv, München 1991. Nachdruck der Ausgabe von 1854-1954. 33 Bände.
Heim, Manfred. Kleines Lexikon der Kirchengeschichte
Hoffmann, Anna; Die Volkstrachten in Dithmarschen, !962 Boyens & Co, Heide.
Laur, Wolfgang; Historische Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. Karl Wachholtz Verlag Neumünster, 1992.
Lübben, August; Mittel-niederdeutsches Handwörterbuch. Nachdruck 1989 der Ausgabe Norden und Leipzig 1888.
Nordelbingen II. Beiträge zur Heimatforschung in Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck. 2. Band. Flensburg 1923
Schleswig-Holstein 1652. Die Landkarten von J. Mejer und C. Danckwerth. Verlag O. Heinevetter; Hanburg-Bergedorf 1963
Stierling, Hubert. Goldschmiedezeichen von Altona bis Tondern. Wachholz Verlag Neumünster 1978.
Waschinski-Böttger, Alte schleswig-holsteinische Maße und Gewichte. Karl Wachhotz Verlag, Neumünster, 1952.
Waschinski, Emil; Währung, Preisentwicklung und Kaufkraft des Geldes in Schleswig-Holstein von 1226-1864. Band 1+2. Karl Wachholtzverlag, Neumünster, 1952,1959.
Wegemann, Prof. Dr. G., Die Flurnamen Dithmarschens. Band II. Verlag von Walter G. Mühlau, Kiel 1941.