Brauchtum

Freiwillige Feuerwehr mit Feuerwehr-Musikzug

Die Feuerwehr ist die einzige öffentliche Einrichtungin Hennstedt, die noch im Sinne einer alten Gilde tätig ist, nämlich freiwillig, unentgeltlich und gemeinnützig.17
Während sich die Aktivitäten der anderen Gilden auf den sportlichen und festlichen Teil reduziert haben, wurde das Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr immer umfangreicher.
Bereits im Mittelalter gehörte es im freien Bauernstaat Dithmarschen zu den Selbstverständlichkeiten eines jeden fähigen Bürgers, sich an der Bekämpfung von Katastrophen bzw. Abwehr von Gefahren zu beteiligen. Ab dem 13. Jahrhundert bildeten sich so genannte Gilden, deren Mitglieder sich auf freiwilliger Basis dazu verpflichteten. Das änderte sich im 18. Jahrhundert. Durch die staatliche Obrigkeit wurde angeordnet, dass alle diensttauglichen, männlichen Ortseinwohner zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr Feuerwehrdienste zu leisten hatten und an den notwendigen Übungen teilnehmen mussten. Auch in Hennstedt gab es eine solche Zwangsfeuerwehr.
Diese Regelung wurde wiederum durch die im Jahre 1880 gegründete und noch heute bestehende Freiwillige Feuerwehr Hennstedt abgelöst. Im Gründungsjahr gab es bereits ein Feuerwehrgerätehaus und eine per Hand zu bedienende Spritze, die durch Pferde gezogen wurde. Bekannt ist in diesem Zusammenhang, dass die hierfür ‚zuständigen’ Pferde aus dem Stall vom Vester’schen Hof schon unruhig wurden und wussten, dass es Arbeit für sie gab, wenn das Feuerhorn in Hennstedt ertönte.
Wie bereits erwähnt, erweiterte sich das Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr immer mehr. Hinzu kamen viele andere Hilfeleistungen auf technischem Gebiet, u.a.. die Rettung bzw. Bergung von Verkehrsopfern aus Autowracks. 
Seit 2003 gehört auch die Öl-Wehr im Gewässerschutz, deren Gebiet sich von der Schleuse Nordfeld bis zum Einlauf der Gieselau in den Nord-Ostsee-Kanal erstreckt, zu ihrem Tätigkeitsfeld. 
Aus der Geschichte Hennstedts wissen wir, dass hier 1765 ein Großfeuer ausbrach, bei dem wegen der Reetdächer und der damals noch dürftigen technischen Mittel der Feuerwehr ganze Häuserzeilen abbrannten. Da das heutige ‚Alte Pastoratsgebäude’ 1767 erbaut wurde, ist zu vermuten, dass sein Vorgängerbau ebenfalls bei dem Großfeuer vernichtet wurde.
Überhaupt waren die leicht entzündbaren Reetdächer und die früher noch offenen Herdfeuer hinsichtlich der Brandgefahr ein großes Problem. Auch Gewitter war man hilflos ausgeliefert. Blitzableiter kamen erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Nicht jeder Hausbesitzer konnte sich diesen allerdings zu jener Zeit leisten. 
1974 wurde das alte Feuerwehrgerätehaus um die Fahrzeughalle für drei Fahrzeuge erweitert. Hinzu kamen der lang ersehnte Schulungsraum, der Funkarbeitsplatz, die AT-Werkstatt zum Reinigen, Desinfizieren und Prüfen der Atemschutzgeräte und Masken, die Kleiderkammer der Jugendfeuerwehr und der Lagerraum für Ersatzmaterial.
Heute ist die Hennstedter Feuerwehr mit 5 Löschfahrzeugen und anderem umfangreichen technischen Gerät gut ausgerüstet und dank der Erfahrungen ihrer Mitglieder und deren ständigem Training bestens auf Löscheinsätze oder andere Rettungsmaßnahmen vorbereitet. Gute Zusammenarbeit, Logistik und Schnelligkeit sind wichtig, um beim Löschen der Brände so effektiv wie möglich zu sein. Dies muss immer wieder trainiert werden.
So hat auch unsere Feuerwehr die Leistungsprüfung des Landesverbandes der Feuerwehren mit der höchst zu erreichenden Stufe 5 bestanden. 
Erfreulich ist auch, dass es in unserer Feuerwehr viele junge Menschen (neuerdings auch Frauen) gibt. 47 aktive Mitglieder, davon 7 Kameradinnen und 40 Kameraden gehören zurzeit diesem Verein an. Hinzu kommen noch 27 Kameraden der Ehrenabteilung. Die Jugendfeuerwehr ist durch 20 Mitglieder vertreten.
Nicht unerwähnt bleiben soll der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, der mit 25 Personen einen Verein übergreifenden, kulturellen Beitrag in Hennstedt leistet. Nicht nur bei eigenen festlichen Veranstaltungen, sondern auch bei denen anderer Vereine sowie bei fast allen Dorfumzügen auch in den Außendörfern ist er aktiv dabei und bereichert damit fast jedes Dorffest. 
Die Freiwillige Feuerwehr ist nicht nur in Hennstedt dringend notwendig und unentbehrlich. Es kann nicht hoch genug bewertet werden, dass ihre Mitglieder ihre Freizeit opfern, um immer wieder Übungen abzuhalten, um bei Bedarf zu retten, bergen, löschen und schützen.
Aber die Sorge um den immer kleiner werdenden finanziellen Spielraum durch die Kommune sowie die um den Arbeitsplatz der aktiven Mitglieder durch Lösch- oder Bergungsarbeiten während der Arbeitszeit bleibt.

Wehrführer waren ab:
1880 D. Maltzen; 1888 H.Chr. Dithmer; 1897 Joh. Pewe; 1904 Johannes Schmidt; 1934 Hermann Kruse; 1945 Christian von der Heyde; 1954 Johanne Sievers; 1966 Hans Clausen; 1984 Uwe Peters; 1990 Peter Jebe; ab 2002 ist Jens-Uwe Andersson Wehrführer.

 

Freiwillige Feuerwehr Hennstedt

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Gründungsprotokoll

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Das Feuerwehrgerätehaus in den 30er Jahren, bei dem im anstehenden Turm die Schläuche zum Trocknen hingen. Auch wurden in diesem Turm Diebe oder andere Straftäter vorübergehend untergebracht, bevor sie zum Heider Gefängnis überstellt wurden. „He keim in’t Sprittenhus“, hieß es im Volksmund, wenn jemand ins Gefängnis kam. In den 1950er Jahren befand sich im linken Gebäudeteil ein kleines Obst- und Fischgeschäft.

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Beginnend mit der ersten Dreier-Reihe von links:
Christian von der Heyde; Fritz Hube; Hans Clausen, ab 1967 Wehrführer; Herbert Dohrwardt; Willi Lembrecht: hinter ihm Hans Behrmann; Günter Dohrwardt; Gerd Böttke; hinter ihm Bruno Tetens Johannes Diener jun.; Kamerad in der gleichen Reihe ?? dahinter Walter Braun; Alfred Beeck; Ernst Martens Ganz hinten Hans-Werner (Söhne) Rohde; Christian Dohrwardt

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Ankündigung von einer Veranstaltung der Hennstedter Feuerwehr aus dem Jahr 1907 im Hennstedter Landboten.

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Die FFW Hennstedt feierte am 15. Mai 1960 ihr 80 jähriges Bestehen
4. Reihe von links: Willi Lembrecht; Günter Dohrwardt; Gerd Boye; Hans Werner (Söhne) Rohde
3. Reihe von links: Hugo Boye; Rolf Guldager; Gerhard Bothsmann; Herbert (Püttscher) Dohrwardt; Heinz Behrmann; Gerd Böttke; Ernst Georg Behrmann; Walter (Schmiede) Schmidt; Karl-Heinz Rohdewald; Arnold Oetjens; Willi Eggers; Alfred Beeck; Ernst Thiessen-Martens;
2. Reihe von links: Hinrich Harms mit Trommel; Otto Boye; Heinrich Gude; Rudolf Brandt; Hermann Dohrwardt; Hans Behrmann; Johannes Käseler; Rolf Gosau; Werner Peters; Otto Sommer; Fritz Hube; Ernst Boje; Adolf Mahn; Walter Braun; Bruno Tetens; Richard Bruhn
Sitzend von links: Johann Rohde; Emil Heesch; Fritz Jacobs; Ernst Fölster; Johann Sievers, Wfhr.; Christian von der Heyde, stv. Wfhr,; Johannes Vester, Stv. Kreisbrandmeister; Paul Harders; Fritz (Pastor) Thomsen; Otto Voß; Christian Dohrwardt; Hans Johannsen; Hans Clausen.

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FFW Hennstedt 1995 anlässlich des 115 jährigen Bestehens
von links: Fahnenträger Olaf Suckow, Carsten Jebe, Markus Dohrwardt, Björn Andersson hält ganz links die Fahne fest.
1. Reihe: sitrzend v.l. Otto Sommer; Willi Lembrecht; Hermann Dohrwardt, Hermann Lütje; Ernst-Georg Behrmann; Johannes Diener; Rudolf Brandt; Willi Schlüter; Günter Dohrwardt; Carsten Winckler; Günter Peters; Werner Köhn; Uwe Peters; Wolfgang Kühl; Jens-Uwe Andersson; Peter Jebe,Wehrführer.
2. Reihe v.l.: Karl Hansen; Werner Peters; Johannes Käseler; Andreas Samuelsen; Joachim Petrowski; Gerd Boye; Kerstin Peters; Elke Jebe; Katja Rohde; Katrin Holtz; Corinna Bindgen; Anja Groth; Hermann Schultz; Werner Schultz; Karl Ohm; Heinrich Hennings; Hauke Kienscherf.
3. Reihe v.l.: Ernst-Otto Mewes; Helmut Peters; Arno Schallhorn; Christian Nissen; Lothar Walter; Gerd Stühmer; Bernd Rohwedder; Dirk Thiessen; Uwe Boye; Richard Lorenzen; Meike Schallhorn; Maleen Andersson; Reinhold Franz; Dieter Claußen; Johann- Detlef Hansen;
4. Reihe v.l.: Volker Böttke; Johann Hinrich Thiessen; Norbert Diener; Adolf Drefs; Claus Peters; Ingo Schallhorn; Dirk Käseler; Olaf Peters; Frank Lorenzen; Dieter Meier; Manfred Meier; Kurt Oetjens; Ludwig Clausen; Jens Dithmer; Johann Eggers; Georg Hennings.

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Tanklöschfahrzeug, TLF 16-25 versah 47 Jahre von 1961 bis 2008 seinen Dienst in Hennstedt und war vom Zivilen Bevölkerungsschutz gestellt worden.

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Fahrzeugübergabe an die Feuerwehr Hennstedt am 19. April 2008

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Das Hilfeleistungslöschfahrzeug, HLF 20-16 wurde 2008 vom damaligen Amt Hennstedt beschafft und in Dienst gestellt.

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Hennstedter Freiwillige Feuerwehr Kapelle 1937

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FFW Musik und FFW Feier

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Feuerwehr-Musikzug im Einsatz …………..und beim Löschen 2009

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